Das Xiaomi Redmi Note 15 Pro+ hat sich im aktuellen Test unserer Redaktion einen soliden Gesamteindruck erarbeitet. Mit 409 von 500 Punkten landet es im guten Bereich und richtet sich vor allem an Nutzer, die Wert auf herausragende Akkulaufzeit und schnelle Ladegeschwindigkeiten legen. Doch wie bei jedem Smartphone dieser Preiskategorie gibt es auch hier Kompromisse, die man kennen sollte, bevor man zugreift.
Überragende Akkulaufzeit als Kernargument
Das Herzstück des Redmi Note 15 Pro+ ist zweifellos der Akku. Xiaomi setzt hier auf moderne Silizium-Kohlenstoff-Technologie, die eine höhere Energiedichte ermöglicht. Mit einer Kapazität von 6.500 mAh gehört das Gerät zu den ausdauerndsten Modellen seiner Klasse. Im standardisierten Laufzeittest hält das Smartphone beeindruckende 20 Stunden und 28 Minuten durch – ein Wert, der problemlos zwei volle Nutzungstage abdeckt, selbst bei intensivem Streaming oder Gaming.
Noch bemerkenswerter ist die Ladegeschwindigkeit. Dank 100-Watt-Technologie sind nach nur 19 Minuten 50 Prozent des Akkus gefüllt. Wer es eilig hat, kann also in der Zeit eines Kaffeebesuchs genug Energie für viele Stunden nachladen. Die vollständige Ladung dauert rund 62 Minuten. Was fehlt, ist kabelloses Laden – eine Funktion, die in dieser Preisklasse zwar nicht selbstverständlich ist, aber von manchen Nutzern vermisst werden könnte.
Display überzeugt mit Größe und Helligkeit
Das 6,83 Zoll große OLED-Display ist ein weiteres Argument für das Redmi Note 15 Pro+. Mit einer Auflösung von 2.772 x 1.280 Pixeln (ca. 446 ppi) und einer Bildwiederholrate von 120 Hz liefert es gestochen scharfe und flüssige Darstellungen – ideal für Videostreaming, soziale Medien oder Spiele. Im Labor gemessen werden typische 567 cd/m² Helligkeit, im Boost-Modus werden sogar bis zu 1.386 cd/m² erreicht. Damit bleibt das Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar.
Kameras mit Licht und Schatten
Die Hauptkamera löst mit 200 Megapixeln auf, ist mit einer f/1.7-Blende und optischer Bildstabilisierung (OIS) ausgestattet. Bei Tageslicht liefert sie detailreiche und farbgetreue Aufnahmen. Sobald das Licht schwindet, sinkt die Qualität jedoch spürbar – Rauschen nimmt zu, Details gehen verloren. Die 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera (f/2.2) ist nett für Panoramen, bleibt aber qualitativ deutlich hinter dem Hauptsensor zurück. Die 32-Megapixel-Frontkamera eignet sich gut für Selfies, insbesondere bei gutem Licht.
Mobilfunk: 5G stark, LTE durchwachsen
Ein geteiltes Bild zeigt sich beim Mobilfunk. Im 5G-Betrieb ist das Redmi Note 15 Pro+ durchweg gut. Bei LTE fällt die Bewertung jedoch nur befriedigend aus – Hauptgrund ist eine ausgeprägte Schwäche im 2.600-MHz-Band, das in vielen urbanen Gebieten eine wichtige Rolle spielt. Wer in Regionen mit schwachem 5G-Ausbau unterwegs ist, könnte Einschränkungen erleben.
Dafür ist der WLAN-Durchsatz hervorragend: Im Labor erreichte das Gerät bis zu 1.840 Mbit/s ohne Dämpfung – da bleiben keine Wünsche offen.
Software und Update-Politik
Das Smartphone wird mit HyperOS 2 auf Basis von Android 15 ausgeliefert. Nach einem Update stand uns HyperOS 3 (Android 16) für den Test zur Verfügung. Xiaomi verspricht sechs Jahre Sicherheitsupdates sowie vier Android-Versionen – ein sehr gutes Lebenszyklusversprechen für diese Preisklasse. Kritik verdient jedoch die hohe Anzahl vorinstallierter Apps (Bloatware), die das System unaufgeräumt wirken lassen.
Robustheit und Preis
In puncto Haltbarkeit kann das Redmi Note 15 Pro+ punkten: Gorilla Glass Victus 2 schützt das Display, dazu gibt es eine IP68-Zertifizierung (staub- und wasserdicht) sowie eine SGS-Sturzfestigkeitszertifizierung. Damit ist es gut für den Alltag und leichte Outdoor-Einsätze gerüstet.
Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 500 Euro für die 8/256-GB-Variante. Das getestete 12/512-GB-Modell ist mit 530 Euro angegeben. Aktuell ist das Gerät im Handel jedoch für rund 330 Euro zu haben – bei diesem Preis wird das Redmi Note 15 Pro+ zu einem echten Schnäppchen. Wer maximale Akkulaufzeit und ein brillantes Display sucht und bei Kamera und LTE kleinere Abstriche machen kann, sollte zuschlagen.