Das morgendliche Ritual vieler junger Menschen: Smartphone in der Hand, Kaffeetasse daneben - selbst auf der Toilette wird gedaddelt, gescrollet und gepostet. Laut Statista nutzen 79% der 18- bis 29-Jährigen ihr Handy auf dem Klo. Doch Hygiene-Experten schlagen Alarm: Diese Gewohnheit könnte uns gesundheitlich teuer zu stehen kommen.

Bakterien-Boom auf dem Display
Constanze Wendt, Hygiene-Expertin der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, erklärt gegenüber TECHBOOK: "Unsere Badezimmer sind voller Keime aus Darm und Hautflora." Beim Spülen entstehe ein unsichtbarer Bakterien-Nebel, der sich auf allen Oberflächen - auch Smartphones - ablagere. Besonders bedenklich:
• E. coli-Bakterien aus dem Darmtrakt
• Antibiotika-resistente Keime in Kliniktoiletten
• Staphylokokken und andere Hauterreger

"Das Problem ist nicht das Klo selbst, sondern unser Hygieneverhalten", so Wendt. Jeder dritte Deutsche wäscht sich laut BZgA-Studie nach dem Toilettengang nicht gründlich die Hände. Die Folge: Darmkeime wandern via Fingerschmierinfektion direkt aufs Touchscreen.

Krankenhaus-Toiletten: Gefahrenzone für Tech-Gadgets
Während heimische Bäder bei normaler Hygiene kein Grund zur Panik seien, warnt die Expertin vor Kliniktoiletten: "Hier lauern multiresistente Erreger wie MRSA, die selbst über glatte Oberflächen übertragbar sind." Eine US-Studie der University of Arizona fand auf jedem 6. Krankenhaus-Smartphone gefährliche Krankenhauskeime.

So schützen Sie sich:

  1. Händehygiene first: 30 Sekunden mit Seife waschen
  2. Smartphone-Verbot für Kliniktoiletten
  3. Wöchentliche Display-Desinfektion
  4. Handy nie auf dem Spülkasten ablegen
  5. Toiletten-Lüftung nutzen

"Wer nach dem Händewaschen zum Handy greift und regelmäßig Alkoholtücher fürs Display verwendet, muss sich keine Sorgen machen", beruhigt Wendt. Dennoch gelte: Je weniger Badezimmer-Zeit mit dem Smartphone, desto geringer das Risiko. Vielleicht einfach mal den Klo-Gang zur digitalen Detox-Pause machen?