Nehmen Sie ein technisches Gerät mit Akku zum ersten Mal in Betrieb, damit das so bleibt, will man von Anfang an alles richtig machen: Kratzer und Schmutz vermeiden und den neuen Akku richtig laden. Wir zeigen Ihnen, worauf es bei der ersten Aufladung ankommt und welche Irrtümer es gibt.
Akku beim ersten Mal sehr lange laden - bringt das was?
Beim ersten Mal Laden schwören viele Nutzer auf mehrere Stunden Ladezeit. Immer wieder liest man in Foren, dass der Akku 12 Stunden lang am Strom bleiben soll. Ob das wirklich sinnvoll ist, lesen Sie im Folgenden.
> Dieser Vorgang macht zwar wirklich Sinn und nennt sich Neukonditionierung, allerdings nur bei Nickel-Cadmium-Akkus. In aktuellen Geräten werden jedoch keine NiCd-Akkus mehr verwendet.
> Mittlerweile wird quasi jedes technische Gerät - wie Smartphones und Kameras - mit einem Lithium-Ionen-Akku versehen. Hier hat das lange Aufladen beim ersten Mal keinen positiven Effekt. Ist der Akku voll, wird die Stromzufuhr gestoppt.
Akku beim ersten Mal richtig laden - so geht's
Laden Sie einen Akku zum ersten Mal, sollten Sie ihn komplett aufladen. Das verbessert zwar nicht die Leistung des Lithium-Ionen-Akkus, jedoch die Genauigkeit der Anzeige.
> Packen Sie zum Beispiel Ihr neues Smartphone aus, muss das Gerät erst einmal lernen, wie viel Leistung der Akku überhaupt speichern kann. Somit wird die Zuverlässigkeit der Akku-Anzeige gewährleistet.
Akku richtig aufladen - weitere Irrtümer im Check
Nicht nur um das erste Laden ranken sich viele Mythen, auch beim täglichen Laden gibt es viele Irrtümer, die sich wacker halten.
1.Das falsche Netzteil: Für Smartphones, die per USB-Kabel aufgeladen werden, gibt es keine falschen Netzteile. Auch mit Android-Adaptern lässt sich ein iPhone aufladen und andersrum. Aufgrund von verschiedenen Schnelllade-Technologien, kann sich der Vorgang allerdings verzögern. Einen Schaden nehmen die Geräte durch ein fremdes Netzteil jedoch nicht.
2.Das Kabel nicht zu oft ein- und aus stöpseln: Die Lebensdauer eines Akkus ist begrenzt, mal hält er länger, mal kürzer. Im Schnitt schafft jeder Akku jedoch mehrere Hundert Ladezyklen. Ein kompletter Ladezyklus ist abgeschlossen, wenn 100 Prozent geladen sind. Dabei ist es egal, ob Sie von 0 bis 100 Prozent oder viermal von 75 bis 100 Prozent laden. Modernen Akkus ist es vollkommen egal, wie oft und wie lange sie geladen werden.
3.Der Memory-Effekt: Der sogenannte Memory-Effekt existiert tatsächlich. Wird ein Akku immer nur von 30 bis 100 Prozent aufgeladen, "vergisst" der Akku mit der Zeit, dass die letzten 30 Prozent an Akkuleistung überhaupt existieren, da diese nie beansprucht werden. Daher wird geraten, Akkus regelmäßig komplett zu entladen, um sie dann komplett von 0 auf 100 Prozent zu laden. Das war zumindest früher bei Nickel-Cadmium-Akkus der Fall. Bei modernen Lithium-Ionen-Akku existiert dieser Effekt nicht mehr. Mit den neuen Lithium-Ionen-Akkus ist diese 100 %-Regel Schnee von gestern. Mittlerweile musst du nicht mehr ungeduldig vor dem neuen Handy sitzen, bis du es endlich verwenden kannst. Ein bisschen laden reicht aus, optimal sind 85 %.