Die Smartphone-Welt ist es gewohnt, dass jedes neue Jahr höhere, schnellere und brillantere Geräte bringt. Nicht die Hersteller hatten die Regeln geändert, sondern die Prüfer selbst. Mit einem völlig überarbeiteten Testverfahren, das Anfang des Jahres in Kraft trat, wurde der Bewertungsmaßstab entschlackt, verschärft und an die Realität des mobilen Alltags angepasst. Die Konsequenz: Die einst festgelegten Grenzwerte, die vielen Top-Modellen jahrelang sichere „supergut“-Urteile bescherten, existieren nicht mehr. Stattdessen wird nun härter differenziert – und genau das hat die Rangliste ordentlich durchgerüttelt.
An der Spitze thront unangefochten das Samsung Galaxy S26 Ultra. Es ist nicht nur das beste Android-Smartphone, sondern das beste Handy überhaupt, das das Magazin je geprüft hat. Was es auszeichnet, ist nicht allein die atemberaubende Technik – Rekordgeschwindigkeit, brillantes Display, blitzschnelles Laden –, sondern vor allem eine Innovation, die im Alltag echten Mehrwert bietet: das sogenannte Privacy Display. Anders als bei herkömmlichen Blickschutzfolien, die das gesamte Display abdunkeln, kann der Nutzer hier gezielt einzelne Bildschirmbereiche wie Pop-ups oder bestimmte Apps abschirmen. Seitliche Blicke dringen nicht mehr durch, ohne dass die Lesbarkeit für den Besitzer leidet. Ein durchdachter Schutz in Zeiten überfüllter Bahnen und offener Großraumbüros.
Doch wer genau hinschaut, merkt, dass das Ultra-Modell nicht in jeder Disziplin gewinnt. So weist der Vorgänger S25 Ultra eine minimal bessere Farbdarstellung und eine leicht längere Akkulaufzeit auf – dazu kommt ein hochwertigeres Titangehäuse. Wer also keinen besonderen Wert auf den Sichtschutz legt, kann mit dem Vorjahresgerät ähnliche Power zu einem geringeren Preis bekommen. Das zeigt, wie fein die neuen Testkriterien mittlerweile wirken: Selbst ein aktueller Sieger hat Schwächen, die früher vielleicht unter dem Teppich der Maximalnoten verschwunden wären.
Auch bei Apple gibt es Bewegung. Das iPhone 17 Pro überzeugt mit einer butterweichen Bedienung und enormer KI-Rechenleistung auf dem Chip. Im Akkutest schlug es sogar das größere Pro Max – ein Beweis für die exzellente Energieeffizienz. Allerdings offenbart die neue Prüfmethodik auch, dass die Software bei Apple noch Luft nach oben hat. Und während das iPhone in fast jeder Kategorie Spitzenwerte erreicht, zeigt sich im Gesamtranking: Samsung dominiert die Top 10 gleich mit vier Modellen, während Apple nur noch einen einzigen Vertreter in dieser Riege stellt. Die Überraschung aber kommt von anderer Seite: Samsungs stärkster Verfolger heißt nicht Apple oder Xiaomi, sondern Vivo – ein Zeichen, wie sehr der chinesische Hersteller in puncto Ausdauer und Kameratechnik aufgeholt hat. Google hingegen, obwohl Kamera-König, findet sich in den Top 10 der Gesamtliste gar nicht wieder – ein Beleg dafür, dass ein herausragender Foto-Sensor allein nicht mehr reicht, um ganz vorn mitzuspielen.
Das neue Testverfahren hat also nicht alte Größen gestürzt, aber es hat die Wahrnehmung geschärft. Was vorher „gut“ war, ist es immer noch – aber die Spitze wird nun viel präziser vermessen. Und genau das ist der Gewinn für jeden Käufer, der nicht nur auf Werbeversprechen, sondern auf handfeste Testergebnisse vertrauen möchte.