Tja, sie haben es tatsächlich getan. Nachdem Dell die Kultmarke XPS Anfang 2025 einfach begraben und durch langweiliges „Premium“ ersetzt hatte, ist sie jetzt wieder da. Das XPS 14. Ich hatte es eine Weile im Test, und ich muss sagen: Es ist kompliziert. Aber fangen wir vorne an.
Ausgepackt und sofort verliebt
Als ich das Ding aus dem Karton hole, denke ich: „Ja, das ist ein XPS.“ Es ist dieser flache, gefräste Metallblock – keine überflüssigen Kanten, keine Schnörkel. 31 cm breit, 21 cm tief, nur 15 mm hoch. Es sieht fast aus wie ein übergroßes Tablet. Und mit 1,25 Kilogramm plus 160 Gramm fürs Netzteil merkt man es kaum im Rucksack. Perfekt für unterwegs. Die Verarbeitung? Erstklassig. Das fühlt sich wertig an, keine Spielräume, kein Klappern.
Das Display – eine kleine Enttäuschung
Dann klappe ich es auf. Das 14-Zoll-Display zeigt 1920×1200 Pixel. Klar, das ist solide. Aber für 2100 Euro? Da erwarte ich ein OLED-Panel mit knackigen Farben und tiefem Schwarz. Was bekomme ich? Ein IPS-Display. 387 cd/m² Helligkeit – okay, aber nicht berauschend. 96 Prozent sRGB – auch okay. Aber der Kontrast? Blass. Schwarz ist eher ein dunkles Grau. Die 120 Hz sind schön flüssig, keine Frage. Aber der Wow-Effekt bleibt aus. Die Tandem-OLED-Version gibt’s erst für 700 Euro Aufpreis. Das finde ich frech.
Leistung: Gut für den Alltag, aber kein Kraftpaket
Unter der Haube steckt ein Core Ultra 5 325 (Panther Lake), 16 GB RAM und eine 477 GB SSD. Für meine tägliche Arbeit – Browser, E-Mails, Textverarbeitung, ein bisschen Bildbearbeitung – läuft es wie geschmiert. Nichts ruckelt, nichts stolpert. Die SSD gibt ordentlich Gas. Ich habe auch mal ein paar Videos geschnitten: Kein Problem, flott und stabil. Aber als ich ein aktuelles Spiel starten wollte, war schnell Schluss mit lustig. Diashow pur. Also wer zocken will, ist hier falsch. Das ist ein eleganter Vielarbeiter, kein Gamer. Trotzdem: Für 2100 Euro hätte ich mir ein bisschen mehr „Durchzug“ gewünscht. Ein bisschen mehr Power fürs Gefühl.
Akku – absolute Wucht!
Jetzt kommt das, worüber ich wirklich jubeln kann. Der Akku. Alter Schwede, 16 Stunden und 49 Minuten bei voller Helligkeit! Das sind zwei Arbeitstage ohne Steckdose. Oder ein ganzer Arbeitstag plus Serienmarathon auf der Couch. Das ist Weltklasse. Laden dauert mit 2 Stunden und 37 Minuten zwar etwas länger, aber nach 15 Minuten ist schon 23 Prozent drin, nach einer Stunde 75 Prozent. Das rettet einen im Alltag.
Lautstärke und Hitze
Im normalen Betrieb ist das XPS 14 ein Flüstertoni – 0,6 Sone, kaum hörbar. Wenn ich es richtig fordere, wird es mit 4,6 Sone hörbar, aber nicht aufdringlich. Die Wärme? Unten wird es maximal handwarm. Das ist erstaunlich gut gelöst.
Tastatur und Touchpad – ein Traum
Die Tastatur klickt sich wunderbar weg, knackiger Druckpunkt. Die Beleuchtung könnte heller sein, und die Pfeiltasten sind etwas klein – aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Das Touchpad ist der Hammer: 17 cm Diagonale, riesige Fläche, und die vibrierende Rückmeldung fühlt sich an wie eine echte Taste. Meine Finger gleiten wie von selbst. Ganz kleine Fehler an den Rändern fallen im Alltag nicht auf.
Fazit: Stilvoll, aber zu teuer
Schaut euch den Preis an: 2100 Euro. Dafür bekommt ihr ein extrem schickes, gut verarbeitetes, leises und ausdauerndes Notebook. Aber das Display ist nur mittelmäßig, die Leistung ist für den Preis eher Durchschnitt. Und dann gibt es da draußen Geräte wie das HP Omnibook 5 14 mit OLED für 699 Euro – das ist ein Drittel des Preises und hat die bessere Note (1,8). Ich mag das XPS 14, wirklich. Es macht Spaß. Aber ich kann nicht sagen, dass es sein Geld wert ist. Vielleicht im Angebot? Oder wenn euch das Design über alles geht? Für mich ist es ein guter Allrounder mit Stil – aber kein Must-have.