Sa.. Apr. 11th, 2026

Das neue Poco M8 Pro 5G stellt sich in die Fußstapfen seiner Vorgänger und will die Smartphone-Welt unter 350 Euro ordentlich aufmischen. Computer Bild hat das Gerät ausführlich getestet und kommt zu einem klaren Fazit: Dieses Handy setzt neue Maßstäbe in seiner Preisklasse. Doch was macht das M8 Pro so besonders?

Zunächst einmal die Relation: Innerhalb der eigenen Modellfamilie ordnet sich das M8 Pro klar unter den Flaggschiffen der F-Serie (Poco F8 Pro und F8 Ultra) ein. Gegenüber dem Einsteigermodell Poco M8 ist das M8 Pro 5G jedoch der unangefochtene King. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 349,90 Euro für die 8/256-GB-Version und echten Marktpreisen unter 300 Euro zielt das Gerät direkt auf das Herz der Budget-Käufer.

Äußerlich ähnelt das M8 Pro stark dem Redmi Note 15 Pro+ 5G, das ebenfalls von Xiaomis Tochterfirma stammt. Beide teilen sich das gleiche Gehäuse mit Maßen von 163,4 x 78,3 x 8,3 mm. Doch während das Redmi in der Mocha-Brown-Variante eine weiche Kunstlederrückseite besitzt, setzt Poco auf eine solide, aber etwas schlichtere Kunststoffrückseite. Diese ist griffig, aber kratzanfälliger. Ein großer Pluspunkt ist die IP66/68-Zertifizierung – das M8 Pro ist staub- und wassergeschützt und übersteht sogar Tauchgänge bis zu zwei Metern Tiefe. Dank „AI Wet Touch 2.0“ funktioniert die Bedienung auch bei Nässe problemlos. Der im Display integrierte Fingerabdrucksensor arbeitet zuverlässig, auch mit feuchten Fingern. Einziger Wermutstropfen: Im Gegensatz zum Redmi unterstützt das Poco keine eSIM, sondern nur zwei physische Nano-SIM-Karten.

Das Display ist ein echtes Highlight. Mit 6,83 Zoll Diagonale, OLED-Technik, 2772 x 1280 Pixeln (447 ppi) und Unterstützung für HDR10+ und Dolby Vision liefert es gestochen scharfe Bilder mit lebendigen Farben. Besonders beeindruckend ist die gemessene Spitzenhelligkeit: Im Standardmodus (SDR) erreichte das Labor 3.206 cd/m² – ein Wert, der sogar das Samsung Galaxy S25 Ultra (2.422 cd/m²) übertrifft. Im HDR-Modus waren es immerhin 1.708 cd/m². Damit ist das Display selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bestens ablesbar. Die Bildwiederholfrequenz lässt sich zwischen 60 Hz und 120 Hz umschalten oder automatisch regeln.

Unter der Haube arbeitet der Qualcomm Snapdragon 7s Gen 4 – derselbe Chip wie im Redmi Note 15 Pro+ 5G. Das sorgt für eine flüssige Bedienung und ruckelfreie Spiele. Zwar reicht die reine Rechenleistung nicht an die Top-Prozessoren der F-Serie heran, für den Alltag und die meisten Anwendungen ist sie aber mehr als ausreichend.

Der Akku ist ein weiteres Glanzstück: 6.500 mAh mit Silizium-Kohlenstoff-Technologie erlauben eine extrem lange Laufzeit. Im Test hielt das Gerät satte 17 Stunden und 57 Minuten Dauernutzung durch – das gehört zu den besten Werten, die je gemessen wurden. Die 100-Watt-Ladetechnik lädt das Smartphone zwar nicht in den versprochenen 40 Minuten voll (Labor: 27 % nach 15 min, 57 % nach 30 min, 98 % nach 60 min), aber das Tempo ist dennoch ausgezeichnet. Kabelloses Laden gibt es nicht, dafür kann das M8 Pro andere Geräte mit bis zu 22,5 Watt per USB-C aufladen.

Die Kameraausstattung umfasst eine 50-Megapixel-Hauptkamera (mit OIS und Light-Fusion-800-Sensor), eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera und eine 32-Megapixel-Frontkamera. Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht sehr gute Fotos, bei schlechtem Licht immerhin gute Ergebnisse. Die Ultraweitwinkelkamera ist etwas blass und rauschig, aber für den Alltag brauchbar. Ein optischer Telezoom fehlt; maximal 20-facher Digitalzoom ist möglich, aber ab etwa 4-fachem Zoom wird die Qualität merklich schwächer. Selfies sind bei Tageslicht gut, bei Dunkelheit nur befriedigend.

Das Betriebssystem ist HyperOS 2.0 basierend auf Android 15. Poco garantiert Updates bis 2032. Leider installieren sich bei der Einrichtung bei Unachtsamkeit viele unerwünschte Apps. An Bord sind Google Gemini, Circle to Search und ein KI-Kreativitätsassistent.

Fazit: Das Poco M8 Pro 5G ist derzeit das beste Handy unter 300 Euro. Wer auf die 200-MP-Kamera, eSIM, Kunstlederrückseite und die speziellen KI-Funktionen des Redmi Note 15 Pro+ 5G verzichten kann, erhält mit dem Poco einen nahezu identischen technischen Zwilling zum Schnäppchenpreis.

Von bella

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