{"id":7419,"date":"2021-11-19T10:33:35","date_gmt":"2021-11-19T10:33:35","guid":{"rendered":"https:\/\/akkusmarkt.de\/Blog\/?p=7419"},"modified":"2021-11-19T10:33:35","modified_gmt":"2021-11-19T10:33:35","slug":"wie-gefaehrlich-ist-handystrahlung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/akkusmarkt.de\/Blog\/archive\/7419","title":{"rendered":"Wie gef\u00e4hrlich ist Handystrahlung?"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn das Ohr nach einem langen Telefonat f\u00f6rmlich zu gl\u00fchen scheint, kann es ja wohl keinen Zweifel mehr an den starken Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung geben, oder? Doch komischerweise kennen \u00e4ltere Quasselstrippen das Ph\u00e4nomen auch aus einer Zeit, als Telefone noch H\u00f6rer hatten, die \u00fcber ein Spiralkabel mit einem W\u00e4hlscheibenapparat verbunden waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn Schuld an der Erw\u00e4rmung ist der schlichte Hitzestau durch das in der W\u00e4rmestrahlung blockierte Au\u00dfenohr, schlie\u00dflich wird die Ohrmuschel im Gegensatz zum Kopf nicht \u00fcber Durchblutung gek\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch ein mit den maximal zul\u00e4ssigen 2 W pro Kilo strahlendes Smartphone w\u00fcrde die K\u00f6rpertemperatur um etwa ein halbes Grad steigen, wenn sie \u00fcber den ganzen K\u00f6rper wirken w\u00fcrde. Da diese Strahlung aber nur sehr lokal in unmittelbarer N\u00e4he des Telefons auftreten kann, bleibt die tats\u00e4chliche Erw\u00e4rmung weit darunter. Smartphone w\u00fcrde die K\u00f6rpertemperatur um etwa ein halbes Grad steigen, wenn sie \u00fcber den ganzen K\u00f6rper wirken w\u00fcrde. Da diese Strahlung aber nur sehr lokal in unmittelbarer N\u00e4he des Telefons auftreten kann, bleibt die tats\u00e4chliche Erw\u00e4rmung weit darunter.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie also steht es um die Mobilfunkstrahlung, wie sehen die Gefahrenquellen aus? Und werden es durch den fortschreitenden Ausbau der Mobilfunknetze in den St\u00e4dten immer mehr? Welche Krankheitsrisiken sind als Folge der Bestrahlung mit Mobilfunk zu erwarten? Und was kann jeder Einzelne tun, um die Strahlenbelastung m\u00f6glichst gering zu halten?<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Strahlen f\u00fcr Menschen gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnen, ist eine Tatsache. Ohne Frage ist etwa radioaktive Strahlung in hohen Dosen sch\u00e4dlich bis hin zur T\u00f6dlichkeit. Doch diese Strahlung z\u00e4hlt zur sogenannten Teilchenstrahlung, bei der ein radioaktiver Stoff Alphateilchen &#8211; Elektronen, Neutronen oder Positronen &#8211; aussendet. Dass die radioaktive Strahlung in sehr geringem Ma\u00dfe vergleichsweise gut von Lebewesen vertragen wird, zeigt die \u00fcberall auftretende nat\u00fcrliche Radioaktivit\u00e4t, die auch als terrestrische Strahlung bezeichnet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beim Funk auftretende Strahlung geh\u00f6rt jedoch nicht zur Teilchenstrahlung, vielmehr spricht man hier von elektromagnetischen Wellen. Zu diesen Wellen z\u00e4hlt auch sehr energiereiche und folglich kurzwellige Strahlung, zum Beispiel R\u00f6ntgenstrahlung und UV-Strahlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die UV-Strahlung, die aufgrund des Ozonlochs zunimmt, hat eine traurige Ber\u00fchmtheit als Quelle von Hautkrebs erlangt &#8211; einerseits. Andererseits tr\u00e4gt UV-Strahlung auch zur Bildung von Vitamin D bei, und das ist krebshemmend. Das zeigt, dass auch bei der Strahlung Gift und Medizin nahe beieinanderliegen.<\/p>\n\n\n\n<p>So haben viele Soldaten, die in R\u00f6ntgenstrahlen von Radarger\u00e4ten arbeiten mussten, Krebs bekommen. Mittlerweile erkennt selbst die sonst eher z\u00f6gerliche Bundeswehr viele dieser F\u00e4lle als Berufskrankheit an. Es gibt also Indizien daf\u00fcr, dass mit elektromagnetischer Strahlung nicht zu spa\u00dfen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch rechtfertigen die Negativbeispiele der Auswirkungen von UV- und R\u00f6ntgenstrahlung die Verdammung des Mobilfunks? Welche Faktoren f\u00fchren zu einer hohen Strahlenbelastung? Und wie sieht die Wissenschaft die Risiken einer Gesellschaft, die ohne Mobilfunk heute kaum vorstellbar w\u00e4re?<\/p>\n\n\n\n<p>Handys strahlen nur wenige Zentimeter stark<br>Gehen wir Schritt f\u00fcr Schritt vor. Aus technischer Sicht eindeutig bekannt sind Zeit und Ort, an dem ein Mensch der gr\u00f6\u00dften Strahlungsbelastung durch Mobilfunk ausgesetzt ist. Eine Simulation, die im Rahmen einer Studie des Bundesamts f\u00fcr Strahlenschutz (BfS) durchgef\u00fchrt wurde, zeigt, dass die direkt an der Position des Handys liegenden, sehr hohen elektrischen Feldst\u00e4rken schon nach wenigen Zentimetern auf ein Hundertstel ihres Maximalwertes absinken.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte also eine Gefahr vorliegen, so trifft sie haupts\u00e4chlich den Telefonierer selbst. Sogar sehr nah bei ihm stehende Mitmenschen bekommen blo\u00df einen Bruchteil dieser Strahlung ab. Noch besser beobachten l\u00e4sst sich der Zusammenhang zwischen dem Abstand zur Strahlungsquelle und der Strahlungsintensit\u00e4t an Mobilfunk-Basisstationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angriff auf die Gesundheit?<br>Viele Mobilfunkgegner sehen in jedem neuen Mobilfunkstandort nichts anderes als eine weitere Strahlungsquelle und damit einen abermals verst\u00e4rkten Angriff auf ihre und die allgemeine Gesundheit. Dabei ist das Verh\u00e4ltnis zwischen einer Mobilfunkzelle und einem Mobiltelefon im Grunde auch nicht viel anders als das zwischen zwei Menschen, die sich unterhalten &#8211; ohne Telefon, wohlgemerkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn diese beiden Menschen nah beieinander stehen, so brauchen sie nicht besonders laut zu reden, damit einer den anderen h\u00f6rt. Bei gr\u00f6\u00dferer Distanz hingegen muss geschrien werden. In einer Bibliothek oder im Museum neigt der Mensch sogar dazu, seinem Gegen\u00fcber ins Ohr zu fl\u00fcstern, um die allgemeine Ruhe nicht zu st\u00f6ren. Nach denselben Prinzipien funktioniert die Kommunikation im Mobilfunk, wo jedes Handy oder Smartphone, aber auch jede Mobilfunkzelle immer nur mit der Leistung sendet, die notwendig ist, damit das Gegen\u00fcber die Nachricht korrekt empfangen kann. Handy oder Smartphone, aber auch jede Mobilfunkzelle immer nur mit der Leistung sendet, die notwendig ist, damit das Gegen\u00fcber die Nachricht korrekt empfangen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet, dass ein dicht ausgebautes Mobilfunknetz die Strahlenbelastung verringert, weil deutlich niedrigere Sendeleistungen in den einzelnen Zellen und bei den mobilen Endger\u00e4ten zur Verst\u00e4ndigung ausreichen. Das zeigen auch viele Messungen, die Dr.-Ing. Reinhard Georg mit anderen Mobilfunk-Experten im Auftrag des BfS ausgef\u00fchrt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesen Studien erfasste das Team die tats\u00e4chlich beim Telefonieren auftretenden SAR-Werte unter verschiedensten typischen Bedingungen. Eine \u00dcberlandfahrt, auf der mehrere besiedelte Gebiete mit guter Mobilfunkversorgung gestreift werden (siehe Karte oben), zeigt, dass die Strahlenbelastung in gut versorgten Gebieten deutlich abnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mythos Elektrosensibilit\u00e4t<br>Doch diese Messungen sagen noch nichts dar\u00fcber aus, ob und wie sich Mobilfunkstrahlung auf den K\u00f6rper auswirkt. Wer im Internet nach entsprechenden Studien sucht, wird mit Lesematerial auf Jahre hin eingedeckt sein. Dabei lassen sich Belege f\u00fcr alles und jedes finden, wie die Oberfeld-Studie zeigt, die Ende 2008 Aufsehen erregte. Internet nach entsprechenden Studien sucht, wird mit Lesematerial auf Jahre hin eingedeckt sein. Dabei lassen sich Belege f\u00fcr alles und jedes finden, wie die Oberfeld-Studie zeigt, die Ende 2008 Aufsehen erregte.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihr berichtete der Umweltmediziner Dr. Gerd Oberfeld von einer signifikant erh\u00f6hten Krebsrate im Zeitraum 1984 bis 1997 im Umkreis von 200 Metern um einen Mobilfunksender. In Erinnerung ist diese Studie geblieben, weil sich nach ihrer Ver\u00f6ffentlichung herausstellte, dass die C-Netz-Sendeanlage, von der hier die Rede war, nie existiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Etwas sprachlos machen auch die vielen Berichte und Ver\u00f6ffentlichungen zum Thema Elektrosensibilit\u00e4t. Die Personen, die sich als betroffen bezeichnen, f\u00fchren Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Herzbeschwerden, Nervosit\u00e4t, Tinnitus und vieles mehr auf Mobilfunkstrahlung zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>In kontrollierten Experimenten der ETH Z\u00fcrich und der deutschen Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin jedoch konnten Personen, die sich als elektrosensibel bezeichnen, ihre Empfindlichkeit f\u00fcr elektromagnetische Felder keineswegs unter Beweis stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den j\u00fcngeren Studien \u00fcber die m\u00f6gliche krebsausl\u00f6sende Wirkung von Mobilfunkstrahlung sind zwei von besonderer Bedeutung. Da ist erstens eine Kohorten-Studie (2001), f\u00fcr die 420.000 Einwohner D\u00e4nemarks (etwa zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung des Landes), die zwischen 1982 und 1995 einen Handy-Vertrag abgeschlossen haben, auf Krebs untersucht wurden. Die Zahl der Erkrankungen wurde verglichen mit der Krebsrate der d\u00e4nischen Gesamtbev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p>2006 und 2011 gab es Fortsetzungen dieser Studie &#8211; insgesamt wurde also ein Untersuchungszeitraum von \u00fcber 13 Jahren Mobilfunknutzung erfasst. Selbst nach dieser langen Exposition konnte die d\u00e4nische Studie kein erh\u00f6htes Krebsrisiko des zentralen Nervensystems oder von Hirntumoren beobachten. Dabei sind Risiken \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume oder moderate Erh\u00f6hungen durch Vielnutzer laut dieser Studie nicht ausgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Langzeitstudie der WHO<br>Die zweite gro\u00dfe, von der Weltgesundheitsorganisation WHO in 13 L\u00e4ndern durchgef\u00fchrte Untersuchung ist die Interphone-Studie, die im Oktober 2000 begann. Sie bestimmt detailliert das Telefonierverhalten von rund 6500 an Hirntumoren erkrankten Personen und stellt es einer Kontrollgruppe von rund 7500 gesunden Menschen gegen\u00fcber. Daf\u00fcr wurden die Probanden r\u00fcckwirkend befragt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ergebnis war zwiesp\u00e4ltig. Einerseits zeigte sich: Wer oft mit dem Handy telefoniert, bekommt seltener einen Hirntumor. Dieses Ergebnis ist den Autoren zufolge jedoch eher auf methodische Schw\u00e4chen der Studie zur\u00fcckzuf\u00fchren als auf die vorbeugende Wirkung von Strahlung. Handy telefoniert, bekommt seltener einen Hirntumor. Dieses Ergebnis ist den Autoren zufolge jedoch eher auf methodische Schw\u00e4chen der Studie zur\u00fcckzuf\u00fchren als auf die vorbeugende Wirkung von Strahlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits trat bei den zehn Prozent der Befragten, die am meisten mobil telefoniert hatten, ein statistisch signifikantes Risiko f\u00fcr die Gliom genannte Form von Hirntumoren auf. Hier kann wegen der Fragemethode aber nicht ausgeschlossen werden, dass ein Teil der Erkrankten den Tumor auf sein Telefonierverhalten schiebt und dieses \u00fcbersch\u00e4tzt. &#8222;Recall Bias&#8220; oder verzerrte Erinnerung nennen Forscher diesen Effekt.<\/p>\n\n\n\n<p>So krebserregend wie Kaffee<br>Unter Ber\u00fccksichtigung der Interphone-Studie hat die IARC (International Agency for Research on Cancer) die Mobilfunkstrahlung im Jahr 2011 als &#8222;m\u00f6glicherweise krebserregend&#8220; (2B) eingestuft. Wer jetzt Angstzust\u00e4nde bekommt, sollte sich das Klassifikationssystem der IARC genauer ansehen. \u00dcber der Gruppe 2B gibt es noch die Gruppe 2A (&#8222;wahrscheinlich krebserregend&#8220;) und die Gruppe 1 (&#8222;krebserregend&#8220;).<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Gruppe 1 geh\u00f6ren etwa R\u00f6ntgenstrahlung und Asbest, zur Gruppe 2A anorganische Bleiverbindungen und Abgase von Dieselmotoren. Dagegen stehen in der Gruppe 2B die Abgase von Benzinmotoren, nach asiatischen Traditionen eingelegtes Gem\u00fcse, aber auch der allseits beliebte Kaffee.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Sch\u00e4dliche Wirkung noch immer nicht erwiesen<br>Diese beruhigenden Ergebnisse bedeuten nicht, dass nun alle Fragen um die Wirkung der Mobilfunkstrahlung beantwortet sind, wie auch die durch das BfS koordinierten Forschungsvorhaben zeigen. Besondere Aufmerksamkeit d\u00fcrften hierbei Studien haben, die den Einfluss von Mobilfunk auf Kinder und Jugendliche, aber auch auf \u00e4ltere Menschen untersuchen. Kinder und Jugendliche, aber auch auf \u00e4ltere Menschen untersuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Exposition der Bev\u00f6lkerung durch neue Mobilfunkstandards hat die aktuelle Forschung im Blick, wie aus dem 6. Bericht der Bundesregierung hervorgeht, der im Januar 2015 publiziert wurde. Auch nach \u00fcber zwanzig Jahren Mobilfunk ist die Angst vor der neuen Kommunikationstechnik keineswegs \u00fcberwunden &#8211; ganz im Gegenteil. Dabei zeigen die Fakten, dass mehr Mobilfunkstationen insgesamt zu einer Verringerung der Strahlenbelastung f\u00fchren und dass modernere Funkstandards mit geringeren Leistungen auskommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht vergessen sollte man, dass selbst Langzeitstudien keinen signifikanten Anstieg an Hirntumoren belegt haben. Dass Mobiltelefone schon Leben gerettet haben, steht hingegen au\u00dfer Frage. Daran sollte jeder denken, der mit dem Gedanken spielt, sich von seinem Handy oder Smartphone zu verabschieden.<\/p>\n\n\n\n<p>&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;&gt;<a href=\"https:\/\/www.akkusmarkt.de\/Handy-Akkus_Te.htm\">Handy Akkus<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn das Ohr nach einem langen Telefonat f\u00f6rmlich zu gl\u00fchen scheint, kann es ja wohl keinen Zweifel mehr an den starken Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung geben, oder? Doch komischerweise kennen \u00e4ltere Quasselstrippen das Ph\u00e4nomen auch aus einer Zeit, als Telefone noch H\u00f6rer hatten, die \u00fcber ein Spiralkabel mit einem W\u00e4hlscheibenapparat verbunden waren. 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